"Rudi"-Fenster-Bau-Haus-Technik GmbH
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10 Minuten später sind wir bereits ca. 500 m vom „ground zero" entfernt und machen noch einen kurzen Zwischenstopp. Es entstehen noch ein paar Fotos des schaurigen Bauwerks, das aufgrund seiner wuchtigen Größe und seines charakteristischen „Schornsteins" nahezu immer im Blickfeld bleibt. Und sicher auch im Gedächtnis.

 

 

Wir sind bereits auf dem Weg nach der Stadt Pripjat, wenige Kilometer nördlich des KKWs.

 

Pripjat, benannt nach dem Fluß in der Nähe.

 

Gegründet 1970, war sie eine moderne Fortschritts- Stadt, in die junge Menschen zogen um hier, im Energie- Rayon zu arbeiten und zu leben. Wozu die Stadt nach damaliger Denk- und Bauweise alles bot.

Umgangssprachlich wurde Pripjat im Sinne der damaligen Fortschritts- Ideologie auch „Atom- Gorod" genannt (Atomstadt).

 

Überdurchschnittlicher Verdienst und eine für sowjetische Verhältnisse, hervorragende Infrastruktur war Magnet für viele junge Familien.  Geburtenraten von 1000 Kindern pro Jahr waren Tagesordnung.

 

Zum Zeitpunkt des Unglücks lebten hier 50.000 Einwohner, das Durchschnittsalter lag weit unter 30 Lebensjahren.

 

Große Mengen Cäsium-137 und das gefürchtete Plutonium- 239/240 schlugen hier nieder, während das leichter flüchtige Radio- Jod (neben Cs) auch bis über weite Teile Europas kam.

 

Trotz Strahlungsintensität und Fallout dauerte es 36 Stunden, bis mittels eines 20 km langen Buskonvois die Einwohner „ vorübergehend „ ihre Wohnungen und ihre Heimat verlassen mussten.

 

Niemand wusste zu dieser Zeit, das es ein Abschied für immer war. Es wurde nur das Notwendigste mitgenommen, alles andere blieb zurück.

 

Darauf folgten weitere Entvölkerungen umliegender Ortschaften, wie auch Tschernobyl selbst mit seinen 16.000 Einwohnern.

 

Insgesamt verloren ca. 115.000 Menschen über Nacht ihre Heimat.

 

Pripjat liegt in der „10 km- Zone" genannten Sperrzone, die als lebensfeindlich gilt.

Wegen der langen Halbwertzeiten der niedergegangenen Nuklide wird dieser Sperrzone eine lange Existenz beschieden sein.

 

Gegen 14:00 erreichen wir Pripjat und passieren den Kontrollpunkt. Der Zugang zur Stadt wird überwacht, weil es immer wieder Plünderungen gibt und damit eine Kontaminationsverschleppung.

 

Da wird wohl mancher Gussheizkörper in der illegalen Nachnutzung nicht nur vor Wärme strahlen.

 

 

Der Kontrollpunkt zur Stadt

Diese Stadt, einstmals ein Schmuckstück.

 

 

Kino, Schwimmhalle, Kulturhaus, Hotel, mehrere Kindereinrichtungen, mehr als jeder andere Sowjetbürger sich träumen ließ.

 

Alles leer, verlassen, geplündert.

 

Auf dem Zentralen Platz, eigens für Paraden angelegt wachsen mittlerweile Bäume.

 

Die Baumstämme sind stark belastet, wir werden vorsichtiger. Thomas kommt mit Meßwertansagen nicht mehr nach.

 

Spätestens hier lässt jeder von uns nach und nach seine Schuhsohlen auf 

Kontamination prüfen.

 

Was am Morgen in der Stadt Tschernobyl eigentlich harmlos begann, spätestens hier ist es bitterernst.

 

Um 14:30 stehen wir im 8.Stock eines Hochhauses, damit gewinnen wir einen Überblick über die ganze Stadt.

 

Allgegenwärtig, das Kraftwerk, Luftlinie 3 km.

 

 

 

Kulturhaus mit Kino, Restaurant und eines der ersten Selbstbedienungsläden in der ehamaligen Sowjetunion

 

Gegen 14:30 stehen wir wieder auf dem Zentralplatz. 

 

Auf zwei heftige Hotspots auf dem Gelände des Vergnügungsparks weist uns Nikolai hin. Wir messen Werte von über 20 µSv/h.

Diese Spots sind lokal begrenzt und haben sicher mit den beiden Gullydeckeln zu tun. Wir sehen zu, daß wir wegkommen.

 

Dieser sollte am 01.05.1986 Vergnügungspark eröffnet werden. Am 21.04 1986 war noch großer Subbotnik in der Stadt, um den Maiferertag würdig zu begehen.

 

Leider ist es aber anders gekommen.

 

 

 

 

Weiter gehts. Jetzt kam für mich persönlich der schlimmste Teil. Einer der Kindergärten. Spielzeug, als wäre vor kurzem hier noch Betrieb gewesen.

 

Die Perversion, Kinderschutzmasken, wer die Teile als Erwachsener kennengelernt hat, ohne Worte....

 

Diese Kinder, und natürlich auch ihre Eltern, waren noch fast 30 Stunden der Anfangsstrahlung ausgesetzt, diese 30 Stunden haben sicher das ganze Leben bestimmt.

 

Dabei war noch Glück im Unglück. Nach der Evakuierung drehte der Wind und am 28/29. April wurde die Stadt mit einer weiteren, noch schlimmeren Wolke aus dem insgesamt 10 Tage  andauerndem Graphitbrand im Block 4 eingedeckt.

 

Das führte zu einer noch viel schlimmeren Verseuchung, die große Teile der Stadt immer noch unbetretbar machen soll.

 

 

 

 

 

 

Als weitere Besuchspunkte kommen noch die Feuerwache von Pripjat und der

ehemalige Kraftfahrzeugpark.

 

Rostig, verfallen...........

 

 

 

Das Schwimmbad

 

Soll unbestätigt bis 1988 noch in Betrieb gewesen sein. Gewaltiger Eindruck

 

Bemerkenswert :

Die Uhr wurde nachträglich auf die genaues Zeit des Super-Gaus gestellt.

 

 

15:50 Wir verlassen Pripjat schweigend. Spätestens hier ist jedem die Tragödie begreifbar geworden.

 

16:00 Fahren zurück Richtung Tschernobyl und kommen noch einmal am KKW vorbei, allerdings in relativ weiter Entfernung, die dennoch eine letzte Fotomöglichkeit bietet. Der Schicksalsbau sieht aus allen Perspektiven eindrucksvoll aus.

 

Wir passieren die Brücke, wo am 26.04.1986 Schaulustige den Reaktor aus vermeintlich sicherer Entfernung beobachteten.

 

Genau in einer der "heißen" Auswurfsäulen nach der Kernschmelze.

 

 

 

 

Gegen 16:30 verlassen wir die 30 km- Zone. Wir werden auf Vollzähligkeit kontrolliert und jeder von uns muß sich durch die „Endkontrolle“ ausschleusen. Diese befindet sich im Gebäude der Wache.


Wir kommen alle problemlos durch den „Automaten“. Jeder ist „cisto“ (sauber).

Vom Wachpersonal ist beim Ausschleusen niemand anwesend.

 

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